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Weitmar. Der 19-jährige Hoffnungsträger des VfL, Lewis Holtby, schaffte sogar Trickstöße bei seiner Stippvisite im DBC-Billardzentrum am Holtkamp.
Der grüne Rasen ist für Lewis Holtby nicht genug. Der 19-Jährige hat auch einen Hang zum grünen Tuch. Im Revierpowerstadion lässt er seit einigen Wochen die Bälle für den VfL rollen. Jetzt machte der junge Mann aber auch einen Abstecher zum Deutschen Billard-Mannschaftsmeister DBC Bochum. „Billard", sagt er, „ist ein altes Hobby von mir."
Dieses private Interesse des „Neuen" konterten die Medien mit einem recht großen Aufmarsch: Das Deutsche Sportfernsehen, die Zeitung mit den vier großen Buchstaben und der WDR waren im Billardzentrum vor Ort, um dem Neu-Bochumer beim Billardspielen aufs Queue zu schauen.
Gleichzeitig machte auch das Stadionmagazin des VfL Bochum eine Geschichte: Jede Menge Papier wurde bekritzelt, Spiegelreflexkameras klackten - und TV-Kameras surrten kaum hörbar.
Holtby hatte sichtlich Spaß an diesem Termin, den auch die Verantwortlichen des DBC sehr ernst genommen hatten. Vorsitzender und Bundesligaspieler Fabian Blondeel war mit seinem Erstliga-Teamkollegen Thomas Nockemann vor Ort, um dem Fußballer das Karambol-Spiel näher zu bringen. Bisher hatte der Jungprofi lediglich beim Pool eingelocht.
Löcher in den Banden suchte Lewis Holtby beim DBC allerdings vergebens, denn die beliebten Spielarten Snooker und Pool werden im Billardzentrum Am Holtkamp 36 nicht gespielt: Hier schlagen die Kugeln von Banden ab, in denen sich keine Löcher befinden. Und auch die Zahl der Kugeln ist mit einer weißen, einer gelben und einer roten eher übersichtlich. Gepunktet wird dabei - im Gegensatz zu Straßenverkehr - nur bei einer Karambolage: Die eigene Spielkugel muss die beiden anderen Kugeln berühren. Blondeel und Nockemann reckten sich mit Holtby nicht nur einmal für die Kameraleute auf dem Tuch: Es gab immer wieder neue Bildwünsche, die der sympathische junge Mann (und seine Billardtrainer) sehr gern erfüllten.
Auch einen Trickstoß baute Fabian Blondeel in das amüsante Trainingsprogramm ein: Eine auf der Bande liegende Münze sollte von dort in ein auf dem Rahmen stehendes Wasserglas befördert werden. Diese Aufgabe löste der VfLer nicht sofort - aber er löste sie. Das gab begeisterten Beifall der anwesenden Medienvertreter.
Ob das Training von Heiko Herrlich genau so amüsant ist, ließ der höfliche Profi nicht durchblicken. Aber immerhin war der VfL-Coach kein Unbekannter für Lewis Holtby, als der junge Mittelfeldspieler vor Kurzem von Schalke 04 an den VfL Bochum ausgeliehen wurde: Im Mai 2008 schon hatte Herrlich als Auswahltrainer der U18 des Deutschen Fußballbundes (DFB) Holtby zu seinem Länderspieldebüt gegen den Türkei berufen.
Der 19-Jährige stammt aus dem Kreis Heinsberg und begann in Gerderath mit dem Fußballspiel. Borussia Mönchengladbach und Alemannia Aachen (33 Zweitliga-Spiele) waren die weiteren Stationen, wobei Holtby den 15. Februar 2009 sicher nie vergessen wird: An diesem Tag erzielte er für die Alemannia zwei Tore beim 1. FC Nürnberg. Im September 2009 erhielt er dann die goldene Fritz-Walter-Medaille des DFB als bester Nachwuchsspieler.
Neun Spiele bestritt Holtby unter Felix Magath im Trikot der königsblauen Nachbarstädter, bevor er in der Winterpause zum VfL Bochum ausgeliehen wurde. Jetzt, so sagt er, sei für die nächsten anderthalb Jahre Heiko Herrlich sein Trainer und seine Nummer eins. Der junge Mann bedankt sich dann aber auch noch brav bei seinem Schalker Coach, unter dessen Stil er sich „körperlich enorm weiterentwickelt" habe.
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